Projekt.
geschichte

Bereits 1862 plante der damalige Regierungsbaumeister James Hobrecht auf dem Gebiet der heutigen Europacity ein städtisches Quartier mit einer repräsentativ verbreiterten Heidestraße und einem zentralen Schmuckplatz. Im Zuge der dynamischen Industrialisierung der Gründerzeit fiel diese Planung allerdings rasch dem notwendigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zum Opfer: 1868 wurde der Lehrter Bahnhof südlich der Heidestraße in Betrieb genommen und nördlich davon entstanden ausgedehnte Anlagen für Güterumschlag und Bahnbetrieb.


Von der Mauer ins Abseits gestellt

Während des Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Bahnanlagen zerstört. Mit dem Mauerbau 1961 geriet das Areal dann zunehmend in eine West-Berliner Randlage. Die Heidestraße wurde zur bloßen Verbindungsstraße zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen West-Berlins. 1983 entstand dann auf der sie umgebenden Brache ein Containerbahnhof, der für den eingeschlossenen Westteil Berlins wichtige logistische Funktionen erfüllte. Ende 2003 wurde der innerstädtische Containerbahnhof wieder aufgegeben, seineFunktionen von einem neuen Güterverkehrszentrum übernommen.


Kulturelle Wiederbelebung

Erst mit der Eröffnung des Hauptbahnhofs Mitte 2006 rückte das Areal um die Heidestraße erneut ins Zentrum der Stadt. Die Gegend um den Hamburger Bahnhof hatte sich schon früher zum prominenten Kulturstandort entwickelt. Von 1990 bis 1996 wurden die erhaltenen Teile des Bahnhofsgebäudes rekonstruiert und erweitert, 1996 zog schließlich das Museum für Gegenwart in die neuen Räume. Und seit 2008 wird in der angrenzenden Rieck-Halle, einem einstigen Güterschuppen, die „Friedrich Christian Flick Collection“ gezeigt.


Die Wiederentdeckung des Hobrecht-Plans

Das heutige städtebauliche Konzept für die Europacity auf Grundlage des Masterplans von 2009 nimmt die ursprüngliche Planung James Hobrechts in modifizierter Form wieder auf. Angepasst an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsteht hier ein neues Quartier in der Tradition der „Berliner Mischung“ als Nutzungsmix aus Wohnen und Gewerbe.